Samstag, 24. März 2012

Forscher wenden Trick an, um Außerirdische zu finden

Aus dem von Himmelskörpern reflektierten Licht der Sonne können Forscher Spannendes herauslesen (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
Mit dem größten Teleskop der Welt haben Astronomen Leben nachgewiesen - auf der Erde. Was zunächst absurd klingt, soll der Suche nach einfachem außerirdisches Leben auf fernen Planeten dienen. Das teilte die Europäische Südsternwarte Eso in Garching bei München mit.
Im britischen Fachblatt "Nature" stellen die Forscher um Esa-Astronom Michael Sterzik ein Verfahren vor, mit dem sich Lebenszeichen aus dem Licht herauslesen lassen, das von Planeten wie der Erde reflektiert wird.

 

Mond spiegelt Licht der Erde

Um ihre Methode zu testen, nahmen die Astronomen mit dem Very Large Telescope (VLT) der Eso den Mond ins Visier. "Ein Teil des Sonnenlichts, mit dem die Erde beleuchtet wird, wird zurück ins Weltall reflektiert und trifft auf den Mond", erklärte Sterzik. "Die Mondoberfläche wirkt dann wie ein riesiger Spiegel, der das Licht wieder zurück in unsere Richtung wirft. Dieses schwache Licht haben wir mit dem VLT untersucht."

 

Methode, um Biosignaturen nachzuweisen

In diesem sogenannten Erdschein fahndeten die Forscher nach den Fingerabdrücken des Lebens, etwa in Form charakteristischer Häufigkeiten bestimmter Gase in der Atmosphäre. Dazu kombinierten sie zwei Methoden: die Analyse der Spektralfarben des reflektierten Erdlichts und die seiner Schwingungsebene, der sogenannten Polarisation. Mit dieser Spektralpolarimetrie seien die Biosignaturen deutlich nachzuweisen gewesen, berichtete die Eso.

 

Strahlentrick zeigt Photosynthese an

"Wir haben einen Trick angewendet - die Beobachtung des aschfahlen Mondlichts - um die Erde so zu untersuchen, wie wir Exoplaneten untersuchen würden", erläuterte Sterzik. Als Exoplaneten werden Himmelskörper bezeichnet, die außerhalb unseres Sonnensystems ihre Bahnen ziehen. "Die Spektropolarimetrie könnte uns eines Tages verraten, ob einfaches, auf Photosynthese basierendes pflanzliches Leben auch noch irgendwo anders im Universum entstanden ist", erklärte der Forscher.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen